Beim Lesen dieses Buches musste ich häufig an den Sommer 2007 in Israel denken und habe heute deswegen ein wenig in den Bildern von damals gestöbert. 1 1/2 Wochen sind wir als Jugendgruppe mit israelischen und deutschen Jugendlichen quer durchs Land gereist, haben im Kibbuz gewohnt, Falafeln und Humus gegessen, Jerusalem und Tel Aviv besucht, sind auf dem See Genezareth gesegelt, haben einen Flussspaziergang gemacht und eine tolle Kultur kennengelernt - ein unglaubliches Land.
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Sonntag, 24. Juni 2012
Montag, 14. Juni 2010
Irgendwie mein Leben
Mila Lippke
Irgendwie mein Leben
ISBN:978-3548281865 . 411 Seiten
erschienen am 15. April 2010
Inhalt: Mara ist überglücklich: Sie ist im neunten Monat schwanger und kann es kaum erwarten, dass ihre Tochter Finja endlich auf die Welt kommt. Wie im Rausch erlebt Mara diese Zeit der freudigen Sehnsucht. Zusammen mit ihrem Mann Klaus unternimmt sie eine letzte romantische Reise nach Paris. Doch nach ihrer Rückkehr erhält Mara bei einer Routineuntersuchung eine Nachricht, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Nach dem Lesen: Mit ihrem Buch "irgendwie mein Leben" hat Mila Lippke ein sehr gefühlvolles und mitreißendes Buch geschrieben. Mara, 29 Jahre und ihr Mann Klaus erwarten ihr erstes Kind - eine Tochter, die Finja heißen soll. Doch plötzlich kurz vor ihrem Geburtstermin stirbt Finja, ohne erklärlichen Grund. Für Mara und Klaus bricht eine Welt zusammen und besonders Mara verkriecht sich mehr und mehr in ihrem Schneckenhaus, während ihr Mann versucht sein Leben so gut es geht weiter zu führen. Durch die Hilfe ihrer Familie, Freunde und eines Hundes geklingt es Mara langsam wieder ins Leben zurück zu finden, Mara und Klaus denke sogar an ein zweites gemeinsames Kind, bis etwas unerwartetes passiert ...
Maras Schicksal hat mich tief berührt, es ist ein Schicksal, das ich niemanden wünschen möchte. "Irgendwie mein Leben" ist ein sehr authentisches und ehrliches Buch, ich glaube kaum, dass jemand in so einer Weise über dieses Thema schreiben könnte, wenn er es nicht selbst erlebt hat - Mila Lippke hat ihre kleine Tochter Gioia verloren. Im Nachwort schreibt die Autorin, dass sie sehr lange gebraucht hat dieses Buch zu schreiben, ich finde es sehr gut und mutig, dass sie sich getraut hat über den Tod ihres Kindes zu schreiben. Und auch den Titel des Buch finde ich sehr passend, da sich das Buch zum größten Teil um das Leben der Protagonistin Mara, nach dem Tod ihrer Tochter dreht und das nun einmal irgendwie ihr Leben sie, so schwer es auch sein mag.
Nach dem Lesen: Mit ihrem Buch "irgendwie mein Leben" hat Mila Lippke ein sehr gefühlvolles und mitreißendes Buch geschrieben. Mara, 29 Jahre und ihr Mann Klaus erwarten ihr erstes Kind - eine Tochter, die Finja heißen soll. Doch plötzlich kurz vor ihrem Geburtstermin stirbt Finja, ohne erklärlichen Grund. Für Mara und Klaus bricht eine Welt zusammen und besonders Mara verkriecht sich mehr und mehr in ihrem Schneckenhaus, während ihr Mann versucht sein Leben so gut es geht weiter zu führen. Durch die Hilfe ihrer Familie, Freunde und eines Hundes geklingt es Mara langsam wieder ins Leben zurück zu finden, Mara und Klaus denke sogar an ein zweites gemeinsames Kind, bis etwas unerwartetes passiert ...
Maras Schicksal hat mich tief berührt, es ist ein Schicksal, das ich niemanden wünschen möchte. "Irgendwie mein Leben" ist ein sehr authentisches und ehrliches Buch, ich glaube kaum, dass jemand in so einer Weise über dieses Thema schreiben könnte, wenn er es nicht selbst erlebt hat - Mila Lippke hat ihre kleine Tochter Gioia verloren. Im Nachwort schreibt die Autorin, dass sie sehr lange gebraucht hat dieses Buch zu schreiben, ich finde es sehr gut und mutig, dass sie sich getraut hat über den Tod ihres Kindes zu schreiben. Und auch den Titel des Buch finde ich sehr passend, da sich das Buch zum größten Teil um das Leben der Protagonistin Mara, nach dem Tod ihrer Tochter dreht und das nun einmal irgendwie ihr Leben sie, so schwer es auch sein mag.
5 / 5 Punkten
Zitate: Als Finja starb, schien die Sonne. Goldgelb wie der Samt, auf den ich eine Hand sticke, die die Wärme der Strahlen einzufangen versucht. Während ich nähe, merke ich, wie sehr sich die Arbeit an der Erinnerungsdecke von den Verschönerungaktionen der Möbel unterscheidet. Sie machen mir Freude, aber das hier mehr. Es geht unter die Haut, dringt bis in mein Innerstes vor. Finjas Tod hat mich und weite Teile meines Lebens verändert, doch die Veränderungen sind noch nicht radikal genug. Wie beim Flicken soll etwas ganz Neues aus dem Alten entstehen. [Seite 349]
Forschern ist es gelungen, bei genveränderten Mäusen gezielt Erinnerungen zu löschen, und sie zeigen sich zuversichtlich, in Zukunft auch bei Menschen Gedächtnisinhalte manipulieren zu können. Wenn sie Finjas Tod in mir löschen würden, wäre das die Heilung meines Schmerzes? Doch auch wenn es gelänge, würde ich es niemals zulassen, denn damit würden auch die Erinnerungen an die Schwangerschaft genommen werden und die Erinnerungen an Finjas Gesicht, an die Wärme ihres Körpers, an den Geruch ihres Köpfchens. Und wer wäre ich ohne diese Erfahrung und den Weg, den ich in diesem Trauerjahr gegangen bin?
Selbst jetzt, mit dem Wissen um den Schmerz, den der Tod meiner Tochter mit sich gebracht hat, würde ich mich noch einmal für eine Schwangerschaft mit ihr entscheiden. Weil sie das Wunderbarste war, was mir jemals passiert ist, meine Finja. [Seite 401]
Zu leben ist wie eine Weile im Meer zu schwimmen. Wenn eine Welle kommt, schiebt sie mich ein Stück nach vorn. Wenn sie geht, zieht es mich wieder etwas zurück. Aber es geht immer weiter vorwärts. [Seite 409]
Forschern ist es gelungen, bei genveränderten Mäusen gezielt Erinnerungen zu löschen, und sie zeigen sich zuversichtlich, in Zukunft auch bei Menschen Gedächtnisinhalte manipulieren zu können. Wenn sie Finjas Tod in mir löschen würden, wäre das die Heilung meines Schmerzes? Doch auch wenn es gelänge, würde ich es niemals zulassen, denn damit würden auch die Erinnerungen an die Schwangerschaft genommen werden und die Erinnerungen an Finjas Gesicht, an die Wärme ihres Körpers, an den Geruch ihres Köpfchens. Und wer wäre ich ohne diese Erfahrung und den Weg, den ich in diesem Trauerjahr gegangen bin?
Selbst jetzt, mit dem Wissen um den Schmerz, den der Tod meiner Tochter mit sich gebracht hat, würde ich mich noch einmal für eine Schwangerschaft mit ihr entscheiden. Weil sie das Wunderbarste war, was mir jemals passiert ist, meine Finja. [Seite 401]
Zu leben ist wie eine Weile im Meer zu schwimmen. Wenn eine Welle kommt, schiebt sie mich ein Stück nach vorn. Wenn sie geht, zieht es mich wieder etwas zurück. Aber es geht immer weiter vorwärts. [Seite 409]
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Sonntag, 3. Januar 2010
Als ich ein kleiner Junge war
Erich Kästner
Als ich ein kleiner Junge war
ISBN: 0107289 1 . 223 Seiten
Inhalt: »Die Monate haben es eilig. Die Jahre haben es eiliger. Und die Jahrzehnte haben es am eiligsten. Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns. Besonders dann, wenn wir mit ihnen Geduld haben«, schreibt Erich Kästner in seinem Nachwort zu seinen Kindheitserinnerungen ›Als ich ein kleiner Junge war‹. Kästner, 1899 in Dresden geboren, erzählt von den Jahren 1907 bis 1914 in seiner Heimatstadt, aber auch sehr anschaulich von der Kindheit seiner Eltern und seiner Großeltern.
Er beschreibt das Alltagsleben seiner Familie, die gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen, das Treiben auf den Straßen und Plätzen Dresdens. Besonders liebevoll erinnert sich Erich Kästner an seine Mutter, der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt.
Meine Meinung: Was für ein schönes kleines Büchlein. Kästners Beschreibungen nach hätte ich nur zu gerne einmal einige Tage meiner Kindheit vor 100 Jahren erleben wollen. Erich Kästner kann wunderschön schreiben, keine Frage, aber das man sich das geschriebene Wort dann auch noch so bildhaft vorstellen kann, schaffen bei mir nur die wenigsten Autoren. Kästner schafft es! Dresden muss eine wunderschön Stadt gewesen sein, bevor sie durch die zwei Weltkriege fast komplett zerstört wurde, jedenfalls geht das aus seinen Beschreibungen hervor. Kästner selbst schreibt, dass seine Kindheit dann mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges plötzlich vorbei war. Besonders toll fand, dass der Buchtitel "Als ich ein kleiner Junge war" immer wieder in jedem der 16 Kapitel aufgegriffen wird und ich den Buchtitel deshalb mehr als passend finde.
Erich Kästner beginnt seinen Roman mit der Geschichte der Familien seiner Eltern Emil und Ida, den Kästners und den Augustins, bis er schließlich über das Kennenlernen seiner Eltern und deren Umzug nach Dresden zu Erzählungen aus seiner Kindheit übergeht. Es sind äußerst lebhafte Erzählung die keine Tiefen auslässt aber auch all die schönen Dinge mitnimmt. Als ich ein kleiner Junge war ist ein Roman der mich tief berührt hat und den ich jedem der sich auch nur annährend für das Leben vor 100 Jahren und Erich Kästner interessiert ans Herz legen möchte.
Deshalb vergeben ich
Er beschreibt das Alltagsleben seiner Familie, die gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen, das Treiben auf den Straßen und Plätzen Dresdens. Besonders liebevoll erinnert sich Erich Kästner an seine Mutter, der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt.
Meine Meinung: Was für ein schönes kleines Büchlein. Kästners Beschreibungen nach hätte ich nur zu gerne einmal einige Tage meiner Kindheit vor 100 Jahren erleben wollen. Erich Kästner kann wunderschön schreiben, keine Frage, aber das man sich das geschriebene Wort dann auch noch so bildhaft vorstellen kann, schaffen bei mir nur die wenigsten Autoren. Kästner schafft es! Dresden muss eine wunderschön Stadt gewesen sein, bevor sie durch die zwei Weltkriege fast komplett zerstört wurde, jedenfalls geht das aus seinen Beschreibungen hervor. Kästner selbst schreibt, dass seine Kindheit dann mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges plötzlich vorbei war. Besonders toll fand, dass der Buchtitel "Als ich ein kleiner Junge war" immer wieder in jedem der 16 Kapitel aufgegriffen wird und ich den Buchtitel deshalb mehr als passend finde.
Erich Kästner beginnt seinen Roman mit der Geschichte der Familien seiner Eltern Emil und Ida, den Kästners und den Augustins, bis er schließlich über das Kennenlernen seiner Eltern und deren Umzug nach Dresden zu Erzählungen aus seiner Kindheit übergeht. Es sind äußerst lebhafte Erzählung die keine Tiefen auslässt aber auch all die schönen Dinge mitnimmt. Als ich ein kleiner Junge war ist ein Roman der mich tief berührt hat und den ich jedem der sich auch nur annährend für das Leben vor 100 Jahren und Erich Kästner interessiert ans Herz legen möchte.
Deshalb vergeben ich
Eindrücke: Meine Mutter war kein Engel und wollte auch keiner sein. Ihr Ideal war handgreiflicher. Ihr Ziel lag in der Ferne, doch nicht in den Wolken. Es war erreichbar. Und weil sie energisch war wie niemand sonst und sich von niemanden dreinreden ließ, erreichte sie es. Ida Kästner wollte die vollkommene Mutter ihres Jungen werden. Und weil sie es werden wollte, nahm sie auf niemanden Rücksicht, auch auf sich selber nicht, und wurde die vollkommene Mutter. All ihre Liebe und Fantasie, ihren ganzen Fleiß, jede Minute und jeden Gedanken, ihre gesamte Existenz setzte sie, fanatisch wie ein besessener Spieler, auf eine einzige Karte, auf mich. Ihr Einsatz hieß: ihr Leben, mit Haut und Haar!
Die Spielkarte war ich. Deshalb musste ich gewinnen. Deshalb durfte ich sie nicht ich sie nicht enttäuschen. Deshalb wurde ich der beste Schüler und der bravste Junge. Ich hätte es nicht ertragen, wenn sie ihr großes Spiel verloren hätte. Da sie die vollkommene Mutter sein wollte und war, gab es für mich, die Spielkarte, keinen Zweifel: Ich musste der vollkommene Sohn werden. Wurde ich's? Jedenfalls versuchte ich es. Ich hatte ihre Talente geerbt: ihre Tatkraft, den Ehrgeiz und ihre Intelligenz. Damit war schon etwas anzufangen. Und wenn ich, ihr Kapital und Spieleinsatz, wirklich einmal müde wurde, nur und immer wieder zu gewinnen, half mir die letzte Reserve, eines weiter: Ich hatte die vollkommene Mutter ja lieb. Ich hatte sie sehr lieb. [Seite 145/146]
Die Spielkarte war ich. Deshalb musste ich gewinnen. Deshalb durfte ich sie nicht ich sie nicht enttäuschen. Deshalb wurde ich der beste Schüler und der bravste Junge. Ich hätte es nicht ertragen, wenn sie ihr großes Spiel verloren hätte. Da sie die vollkommene Mutter sein wollte und war, gab es für mich, die Spielkarte, keinen Zweifel: Ich musste der vollkommene Sohn werden. Wurde ich's? Jedenfalls versuchte ich es. Ich hatte ihre Talente geerbt: ihre Tatkraft, den Ehrgeiz und ihre Intelligenz. Damit war schon etwas anzufangen. Und wenn ich, ihr Kapital und Spieleinsatz, wirklich einmal müde wurde, nur und immer wieder zu gewinnen, half mir die letzte Reserve, eines weiter: Ich hatte die vollkommene Mutter ja lieb. Ich hatte sie sehr lieb. [Seite 145/146]
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